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Hannahs Take
Dein Monatsbriefing aus Brüssel & der Welt

Herzlich willkommen bei „Hannahs Take“ - dein Monatsbriefing aus Brüssel und der Welt! Ich bin Hannah Neumann, Europaabgeordnete, Friedensforscherin und Antifaschistin, und in diesem Newsletter starten wir gemeinsam in den neuen Monat. Heute mit diesen Themen:
Ein Monat geprägt vom Iran-Krieg
Wer in Europa Schutz sucht, soll ihn auch finden
3 Dinge, die mich diesen Monat begleiten
Viel Freude beim Lesen!
Salut!
Dieser Monat war geprägt vom Iran-Krieg. Von Bildern, die kaum auszuhalten sind: Explosionen über iranischen Städten, Raketen über dem Persischen Golf – und dazwischen Menschen, die all dem schutzlos ausgeliefert sind.
Das iranische Regime wird immer brutaler. Die Angriffe der USA und Israels treffen zugleich nicht nur militärische Anlagen, sondern auch zivile Infrastruktur. Und wirken zunehmend planlos. Wir haben das, was da passiert, gleich zu Beginn mit Expertinnen in einem ersten Webinar am 3. März besprochen. Und ich habe diese Woche nochmal eine Rede im Plenum gehalten, die Trumps 15-Punkte-Plan klar kritisiert.
Mit jedem Tag, den dieser Krieg andauert, wird klarer: Das mag nicht unser Krieg sein, aber wir spüren seine Auswirkungen auch in Europa. Energiepreise steigen, Lieferketten sind wegen der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran unterbrochen. Und es wird einmal mehr deutlich, wie gefährlich unsere Abhängigkeit von fossilen Energien ist und wie dringend wir noch mehr in Erneuerbare investieren sollten. Mehr dazu bei RND, Deutsche Welle und France 24.
Während die Welt vor allem auf die geopolitische Dynamik blickt, geht das iranische Regime im Schatten der Eskalation noch härter gegen die eigene Bevölkerung vor. Repressionen nehmen zu, kritische Stimmen werden zum Schweigen gebracht. Die Leidtragenden dieser Eskalation sind einmal mehr diejenigen, die sich seit Jahren mutig für Freiheit und Demokratie einsetzen. Besonders politische Gefangene sind dieser Situation schutzlos ausgeliefert. Darüber habe ich auch in meiner Plenarrede gesprochen.
Nach drei Wochen Bombardements zeigt sich, was viele Expertinnen bereits früh angedeutet haben und wovor auch ich immer gewarnt habe: So einfach ist es nicht mit dem Regime Change von außen. Echter politischer Wandel kann am Ende nur aus der iranischen Gesellschaft selbst kommen. Und er kann nur dann gelingen, wenn er Iraner*innen in all ihrer Vielfalt einbindet. Auch darum ging es Anfang März bei Deutschlandfunk Kontrovers. Unsere Aufgabe in Europa ist und bleibt es, die Menschen dabei so gut wie möglich zu unterstützen – politisch, diplomatisch und durch klare Solidarität mit denen, die für Freiheit und Menschenrechte kämpfen. Mehr dazu in meiner zweiten Plenarrede und Le Monde, Euronews, EurActiv, und Deutsche Welle.
Und inmitten all der Gewalt gab es auch einen kleinen Moment des Innehaltens. Am 20. März war das iranische Neujahrsfest Nowruz. Ein Symbol für einen Neuanfang. Auch wenn es gerade wieder weniger danach aussieht, wünsche ich mir sehr, dass die Menschen im Iran möglichst bald ein Ende dieser Unterdrückung erleben und eine Zukunft in Freiheit und Demokratie aufbauen können.
Eure
Hannah

© Philippe Buissin, EU 2026
Spotlight
Wer in Europa Schutz sucht, soll ihn auch finden: Immer mehr autoritäre Regime bedrohen ihre Kritiker*innen über Landesgrenzen hinweg, um sie zum Schweigen zu bringen – auch in Europa. Wirksame politische Strategien gegen transnationale Repression fehlen bislang. Das will ich jetzt mit einem Bericht im Europäischen Parlament ändern. Als Berichterstatterin leite ich aktuell die Verhandlungen mit den anderen Fraktionen im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten. Die Abstimmung ist im Mai im Ausschuss und voraussichtlich im Juni im Plenum geplant. Mehr dazu in meinem Meinungsbeitrag bei Table Media.
Berlin Freedom Week: Nach dem fulminanten Auftakt im letzten November (Rückblick findet ihr hier), wird in diesem Jahr vom 7. Bis 14. November 2026 die zweite Berlin Freedom Week stattfinden. Rund um den Jahrestag des Mauerfalls werden in Berlin wieder zahlreiche Veranstaltungen zu den Themen Freiheit, Demokratie und Menschenrechte organisiert. Seid dabei und meldet Eure Vorschläge schon jetzt hier an!
Besuch auf dem Ocean Technology Campus in Rostock: Hybride Angriffe auf unsere kritische Infrastruktur in der Ostsee sind längst Realität - umso wichtiger ist es, dass wir unsere maritime Sicherheit stärken und innovative Lösungen fördern. Deshalb war ich gemeinsam mit dem Spitzenkandidaten der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern, Ole Krüger, auf dem Ocean Technology Campus in Rostock zu Besuch. Hinter den Kulissen konnten wir das neue Forschungsschiff kennenlernen und mehr über die Technologien erfahren, die dort zum Schutz von Unterwasserkabeln, Offshore-Anlagen und Häfen entwickelt werden. Mehr dazu hier.
Hannahs Highlights
Dinge, die mich in letzter Zeit begleitet, begeistert oder zum Nachdenken gebracht haben:

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die uns inspirieren, bewegen oder einfach nur Freude bereiten, und davon gab es bei mir in letzter Zeit gleich mehrere. Drei meiner Highlights möchte ich hier vorstellen. Zum einen war das dieser Tisch, mit dem wir im Büro Nowruz – das iranische Neujahr – gefeiert haben.
Und der Frühling in Brüssel ist ein weiteres Highlight für mich. Ich versuche immer mal ein paar Minuten Sonne inmitten all der dunklen Nachrichten zu genießen.
Und zuletzt sind das die Pastel de Nata von meiner Lieblingsbäckerei in Brüssel. Habe auch meinem Büro ein paar mitgebracht in der letzten Woche.
Was sind eure kleinen Freuden im Alltag?
Du hast noch nicht genug?
Europa muss in der Verteidigung unabhängiger werden. Seit Jahren bringen wir deshalb auf europäischer Ebene konkrete Ideen ein, wie wir dieses Ziel erreichen können – so auch diesen Monat mit einem Bericht zu Flagship Projekten, die unsere zentralen Fähigkeitslücken in Europa schließen sollen, den ich für die Grünen/EFA als Schattenberichterstatterin verhandelt habe. Mehr dazu hier.
Solidarität mit Collien Fernandes: Gemeinsam mit über 250 Frauen aus Politik, Wirtschaft und Kultur habe ich einen offenen Brief unterzeichnet. Wir sind entsetzt über die Gewalt, die Collien Fernandes öffentlich gemacht hat, wenn auch leider wenig überrascht. Die Straflosigkeit digitaler Gewalt muss endlich ein Ende haben. Deswegen fordern wir von der Bundesregierung, den Schutz vor digitaler sexualisierter Gewalt zu verbessern. Das sind unsere 10 Forderungen.
Iran, Europa und wir: Welche Rolle kann Diplomatie in einem Konflikt spielen, der uns so unmittelbar betrifft? Darum ging es bei einer Paneldiskussion, an der ich gemeinsam mit Schams El Ghoneimi, Samuel Stolton und Maria Tadeo teilgenommen habe, moderiert von Elena Sánchez Nicolás. Im Anschluss haben wir den Film “It Was Just An Accident” des iranischen Regisseurs Jafar Panahi geschaut. Sehr zu empfehlen!
Die Bilder der afghanischen Künstlerin Hafiza Qasimi zeigen den Mut der Frauen in Afghanistan und ihre Hoffnung auf ein Ende der Unterdrückung. Ihre Ausstellung ist noch bis Ende April im Grünen Büro in Stralsund zu sehen.
Diesen Monat fand erstmals der Tag der Demokratiegeschichte statt. Ein zentraler Ort dafür ist der Campus für Demokratie. Doch gerade hier fehlt noch immer der politische Mut für entschlossene Schritte. Wir waren mit einer grünen Delegation vor Ort.
Ich hoffe, du fandest diese Ausgabe von HANNAHS TAKE informativ! Wenn dir der Newsletter gefällt, dann leite diese Mail gerne an alle deine Freund*innen weiter, die sich auch für Europapolitik, politische Freiheiten und Menschenrechte interessieren und folge mir auf Social Media, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.
Bis zum nächsten Mal!
Eure,
Hannah